Partybild statt Beistand für die Überschwemmungsopfer

16-06-01 Rathausspitze bei Party

Am Mittwochabend schickte OB Schuchardt Partybilder an seine Facebook-Freunde. Die ganz Rathausspitze (Schuchardt, Kleiner, Al Ghusain, Scheller, Baumgart und Düber) feiert beim Schweinfurter Volksfest, während die Bürger zuhause den Schlamm beseitigen müssen. Die abgedunkelten Gläser des Umweltreferenten sind wie ein Sinnbild: Der Blick auf die Wirklichkeit, auf die Umweltgefahren und jetzt eingetretenen Schäden in Würzburg werden ausgeblendet.

Merkel kam nach Dresden, Schuchardt nicht einmal nach Heidingsfeld, um den vom Hochwasser geplagten Bürgern beizustehen. Die offizielle Website der Stadt Würzburg bietet keine Stellungnahme zum Hochwasser, kein Zeichen der Anteilnahme. Die BI Würzburg-Tunnel hält diese Gleichgültigkeit für unerträglich.

BI-Sprecherin Johanna Paul: „Ich bin richtig wütend. Im Planfeststellungsbeschluss (S. 83) heißt es, es gebe noch keine gesicherten Erkenntnisse zum Klimawandel. Jetzt haben wir sie. Es hat leider nicht die Schuldigen getroffen.“

BI-Sprecherin Dagmar Dewald erklärt, dass eingetreten sei, worauf die BI Würzburg-Tunnel seit Jahren hinweise: Der schmale Heigelsbach kann durch die gleichzeitig von vielen Seiten herankommenden Wassermassen ganz plötzlich stark anschwellen. „Das ist tückisch und kann bei noch größeren Wassermassen, wie sie durch den Klimawandel zu erwarten sind, sogar zur Gefahr für Leib und Leben werden.“ Neben dem Heigelsbach verläuft ein Schulweg, der durch die Schäden aus der nächtlichen Überschwemmung gesperrt werden musste. Was wäre geschehen, wenn dort tagsüber die Kinder mit den plötzlich heran flutenden Wasser bedroht worden wären?

16-05-30 Überschwemmung 3