Staatsminister Hermann, verhängen Sie Baustopp!

Brief an Staatsminister Hermann mit der Bitte um Baustopp: 14-04-16 Brief an Minister Hermann

Antrag auf Akteneinsicht bei der Autobahndirektion Nordbayern: 14-04-16 Brief an ABDNB Pirner

Presseerklärung der Umwelt- und Gesundheitsinitiative Würzburg-Tunnel e.V.
vom 16. April 2014

Gemäß ihrer Ankündigung hat die Umwelt- und Gesundheitsinitiative Würzburg-Tunnel e.V. in Folge des Bürgerentscheid-Votums die politisch Verantwortlichen angeschrieben.

Die Würzburger Stadträte hat die Initiative aufgerufen, „das Ergebnis des Bürger­entscheids auch für sich als Auftrag zu sehen, in den Fraktionen die Themen Gesund­heitsschutz durch Lärm- und Feinstaubreduktion sowie nachhaltige Stadtentwicklung im allgemeinen und das Thema A3 Tunnel im besonderen vordringlich zu bearbeiten und neu zu bewerten.“

Herrn Oberbürgermeister Christian Schuchardt hat die Initiative an seine persönlich getätigte und öffentlich bekräftigte Zusage erinnert, den Auftrag aus der Bürgerschaft tatkräftig anzugehen und als erstes darauf einzuwirken, dass keine vollendete Tatsachen gegen den Tunnel geschaffen werden.

Die Abgeordneten Lehrieder (MdB), Fahn, Felbinger, Halbleib, Jörg, Ländner, Rosenthal und Stamm (MdL) informierte die Initiative über den Stand des A3 Ausbaus aus ihrer Sicht. Sie appellierte an die Abgeordneten, es dürfe nicht geschehen, dass „so wichtige Argumente wie die zunehmende Feinstaub- und Lärmbelastung der Würzburger sowie städteplanerische Interessen bei der Abwägung für oder gegen den A3-Tunnel kei­ne Berücksichtigung finden“, und forderte sie dazu auf, „bestärkt durch die Willensbekun­dung der Würzburger Wählerinnen und Wähler, sich für die im Bürgerentscheid ausge­drückten Interessen der Stadt Würzburg einzusetzen, indem Sie das Projekt A3-Tunnel nach Ihren Kräften und Möglichkeiten realisieren helfen.“ Angesichts der drängenden Gesundheitsaspekte erinnerte sie die gewählten Volksvertreter an ihren beeidigten Auftrag, „Schaden vom Volke abzuwenden“.

Felbinger (FW) ist bereits Unterstützer der Initiative und hat in seinem umgehenden Antwortschreiben eine Parlamentsanfrage nach den Osterferien angekündigt. Auch Fahn hat Unterstützung zugesagt.

Staatsminister Hermann rief die Initiative auf, „nun als oberster Dienstherr der Auto­bahndirektion Nordbayern (ABDNB) zu handeln. Tragen Sie dafür Sorge, dass die Bautätigkeiten an der Trogtrasse gestoppt werden, damit das Votum der Würzburger Bürger nicht missachtet wird!“ Den Brief an den Minister finden Sie im Anhang dieser Presseerklärung.

Ebenso hat die Initiative in einem Schreiben an ABDNB-Präsident Pirner Antrag auf Akteneinsicht gemäß §3 des Umweltinformationsgesetzes (UIG) gestellt. Herr Pirner hatte im Vorfeld des Bürgerentscheids in Würzburg mehrere Aussagen getroffen, die die Nichtrealisierbarkeit des von der Bürgerinitiative geforderten Würzburg-Tunnels be­gründen sollten: Tunnelkosten in Höhe von 343 Mio. € sowie eine Bauzeit bis 2028. Gleichzeitig hatte er einräumen müssen, dass die Kosten für die Trogtrasse um 60 Mio € gestiegen seien. Die Initiative verlangt Auskunft darüber, welche Planungsunterlagen diesen Aussagen zugrunde liegen.

Nach dem Rücktritt des Sprechers Matthias Reimund hat die Mitgliederversammlung die beiden Interimssprecherinnen Dagmar Dewald und Johanna Paul offiziell zu Nachfolgerin­nen im Sprecheramt bestellt.

Mit freundlichen Grüßen

Dagmar Dewald, Johanna Paul
Sprecherinnen der Umwelt- und Gesundheitsinitiative Würzburg-Tunnel e.V.

Absolute Mehrheit beim Bürgerentscheid: Meilenstein für den Würzburg-Tunnel

Presseerklärung der Umwelt- und Gesundheitsinitiative Würzburg-Tunnel e.V:

Der gewonnene Bürgerentscheid ist ein Meilenstein auf dem Weg für den Würzburg-Tunnel. Die absolute Mehrheit der zur Abstimmung gekommenen Bürger hat Ja zum A3 Ausbau mit Tunnel gesagt. Ein Viertel der Bürger kam aus den betroffenen Stadtteilen Heidingsfeld und Heuchelhof. Dreiviertel aus den übrigen Stadtteilen. Das bedeutet, Bürger aus der ganzen Stadt zeigen sich sensibilisiert für die Fragen der Stadtentwicklung und des Gesundheitsschutzes.

Die Bürgerinitiative hat redlich mit belastbaren Argumenten für das Gemeinwohl gekämpft. Ihr Ziel mit der Verlegung der A3 in einen Tunnel ist die Feinstaub- und Lärmreduktion sowie nachhaltige Stadtentwicklung. Sie ruft die Gegner, meist Anwohner der Gegend, an der eine eingehauste Brücke vorbeiführen soll, dazu auf, die eigenen Interessen mit den Interessen der ganzen Stadt abzugleichen und zu berücksichtigen, dass auch sie von dem Tunnel profitierten, weil sie von Lärm und Abgasen entlastet würden.
Gleichwohl weiß die Initiative, dass mit dem Bürgerentscheid der Tunnel noch nicht gebaut ist. Es gibt viel zu tun. Die Stadtverwaltung, an der Spitze der OB, ist aufgefordert, alle rechtlichen und politischen Maßnahmen zur Errichtung des Tunnels zu ergreifen. Darüber hinaus sind politisch auch die Würzburger Landtags- und Bundestagsabgeordneten gefragt. Als Volksvertreter der Würzburger Bürgerschaft ist es nicht, wie geschehen, ihre Aufgabe, sich zum Sprachrohr der Autobahndirektion zu machen, zumal die Autobahndirektion mit nicht belegten Zahlen Politik gemacht und ihre Glaubwürdigkeit eingebüßt hat. Vielmehr sollen die Abgedordneten die mit dem Bürgerentscheid erklärten Interessen der Würzburger nun politisch vertreten.

Die Initiative fordert darüberhinaus die Autobahndirektion auf, die von ihr in die Welt gesetzten Zahlen (Tunnelkosten 340 Mio Euro, Fertigstellung 2028) zu belegen. Die Bürgerinitiative, die die vollständige Tunnelplanung des österreichischen Tunnelplaners Dr. Leitner vom Planungsbüro BauCon vorhält, geht beim Tunnel u.a. durch die Bautätigkeit abseits der bestehenden Strecke von wesentlich früherer Fertigstellung aus und dies zu einem dem Trog vergleichbaren Preis.

Tunnelgegner widerlegt: RA Baumanns fundierte Darlegungen

Download der folgenden Ausführungen:17 kritische Punkte gegen Tunnel widerlegt

Die Tunnelgegner haben 17 Gründe für den Trog
gesucht und 17 Gründe für den Tunnel gefunden –

Siedlergemeinschaft Heidingsfeld scheitert mit ihrem Versuch, den Würzburg-Tunnel schlecht zu reden

1.       Die Behauptung beim Trog gäbe es keine neue Betroffenheiten ist nicht nur irreführend, sondern falsch. Die Bewohner des Reichenberger Grundes und des Rottenbaurer Grundes sind schon seit vielen Jahren Lärmbetroffene der A 3. Auch die Behauptung der Trog verlaufe in der bestehenden Trasse, ist so nicht richtig: Die Trogtrasse verläuft nicht auf der bestehenden Trasse, die Strecke ist nach Norden versetzt, die bestehende Autobahn wird komplett abgebaut. Der Trog ist dann 10 m breiter und liegt bis zu 12 m tiefer. Zudem gibt es beim Trog neue Betroffenheiten in der Lehmgrubensiedlung und im Reichenberger Grund. Es gibt beim Tunnel weder neue Betroffenheiten beim Lärm noch bei Schadstoffen.

2.       Dass der Trog eine Verbesserung hinsichtlich des Schallschutzes sein soll, kann nur für den Bereich des 570 m langen Trogdeckels bestätigt werden. Ansonsten verursacht die Amtstrasse sogar Überschreitungen des zulässigen Lärmgrenzwertes von 49 dB(A) nachts an 23 Häuser bzw. Grundstücken am Steigwaldweg, Spitztannenweg und an der Hohen Steige (Quelle: Lageplan, Lärmsituation Baukilometer 286+400 bis 280+300 in der Planfeststellung von 2009). Beim Würzburg-Tunnel mit eingehauster Brücke über den Reichenberger Grund und den Rottenbaurer Grund werden diese Werte deutlich unter dem Grenzwert liegen. Die Einhausung muss schalldicht an den bereits an der Südseite der Autobahn geplanten 10 m hohen Lärmschutzwall anschließen. Damit steht fest, dass der Tunnel nicht nur einen besseren Lärmschutz bringt, sondern dass auch sämtliche Bewohner des vorderen Reichenberger Grundes trotz einer gewissen Nähe zur getunnelten Brücke nicht lärmbelastet sind. Es mag sein, dass Bewohner das Näherrücken der Autobahn als optische Beeinträchtigung sehen; diese wird allerdings von der Rechtsprechung nicht als relevant angesehen.

3.       Es ist richtig, dass der Trog planfestgestellt und als Alternative höchstrichterlich vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt worden ist (vgl. Urteil vom 03.03.2011). Damals ging man von Seiten des Gerichts davon aus, dass die Trogtrasse 170 Mio. €  und keinen Cent mehr kostet. Heute liegen die Baukosten der Trogtrasse nach Angaben des Autobahndirektionspräsidenten Pirner bei 230 Mio. € und damit etwas höher als die Kosten des Tunnels. Sowohl der Planfeststellungsbeschluss als auch das Urteil gingen von falschen Zahlen aus, sodass heute die Entscheidungen wegen fehlgeschlagener Prognosen aufgehoben werden müssen. Entsprechende Anträge sind bei der Regierung von Unterfranken zu stellen. Per Eilantrag beim Bundesverwaltungsgericht, zu dem die Stadt Würzburg bei erfolgreichem Bürgerentscheid gezwungen ist, wird verhindert, dass der Grundstein für die neue Talbrücke gelegt wird.
Entscheidend ist auch, dass die Trogtrasse bis auf Weiteres gar nicht gebaut werden kann, weil die rechtlichen Voraussetzungen, insbesondere ein vollziehbares Baurecht nicht besteht. Entgegen den Behauptungen des Autobahnpräsidenten Pirner fehlt es nämlich sowohl an der Ausführungsplanung, die noch von der Regierung von Unterfranken bewertet werden müssten; nach dem Bundesverwaltungsgerichtsurteil ist aber die Ausführungsplanung Voraussetzung für einen Baubeginn in diesen Bereich. Hinzu kommt, dass ein Sofortvollzug für die 800 m lange Behelfsautobahn entlang dem Heuchelhof nicht besteht, weil die Regierung von Unterfranken den Sofortvollzug vom 09.08.2013 aufgehoben hat. Zu allem Überfluss fehlt es noch an einem Planfeststellungsbeschluss für die Entwässerung der Trogtrasse an dem seit über einem Jahr erfolglos gearbeitet wird. Bei Erlass eines Planfeststellungsbeschlusses wäre der Rechtsweg eröffnet. Die Gemeinde Randersacker hat im Übrigen gegen die geplante Oberflächenentwässerung Einwendungen erhoben und wäre klagebefugt.

4.       Es ist nicht richtig, dass es noch keinerlei Planung für einen Tunnel gäbe; die Trasse müsste auch nicht „komplett neu geplant/planfestgestellt“ und Grundstücke neu erworben werden. Wie schon im Lenkungsausschuss gab es eine Vorplanung für den Würzburg-Tunnel, die zur genehmigungsreifen Eingabeplanung weiterentwickelt worden ist. Nach Aufhebung der Planfeststellung für die Trogtrasse gäbe es sicherlich die Notwendigkeit einer neuen Planfeststellung. Legt man die Genehmigungsdauer für die Trogtrasse zugrunde, wäre von einer Planungszeit von 1,5 Jahren bis zur Planreife auszugehen, sodass Baurecht 2016 bestünde. Da der Tunnel in ca. 2 Jahren gebaut werden könnte, wäre 2018/2019 mit einer Fertigstellung zu rechnen. Wenn die Autobahndirektion Nordbayern davon ausgeht, dass eine Realisierung nicht vor 2028 möglich wäre, würde die Planungskompetenz der Autobahndirektion in Frage stehen; die Abdankung des Präsidenten wäre eine notwendige Forderung.

5.       Die Behauptung, durch einen Tunnel würden die anfallenden Abgase nicht reduziert, ist falsch. Richtig ist, dass der Würzburg-Tunnel die Schadstoffe zu 100 % vom Würzburg-Talkessel mit den bekannten empfindlichen Inversionsluftschichten fernhält. Außerdem reduzieren sich die Abgase durch die Streckenverkürzung auf ca. 800 m um die entsprechende Abgasmenge von ca. 60000 bis 80000 eingesparten Kfz-Kilometer pro Tag. Hinzu kommt, dass die gesamte Schadstoffmenge ausgefiltert werden kann. Selbst ohne Filteranlage wären die Abgase an den Tunnelportalen noch innerhalb der zulässigen Grenzwerte.

6.       Es ist falsch, dass es keine Filter für Tunnelbauten in dieser Größenordnung gäbe. Es gibt weltweit mehrere Dutzend Filteranlagen im Industriemaßstab, die in Tunnel eingebaut worden sind. Dass Schadstoffe sich auch an den Tunnelwänden ablagern und von Zeit zu Zeit abgewaschen werden, entspricht im Übrigen der Praxis. Es bleibt ein Geheimnis der Siedlergemeinschaft Heidingsfeld-Süd, wie durch Abgase und Feinstäube im Rottenbaurer und Reichenberger Grund und am Heuchelhof zu einer extremen gesundheitlichen Gefährdung für die Anwohnern führen sollen. Dies gilt umso mehr, als die vorgesehenen Brückenbauwerke im Rottenbaurer und Reichenberger Grund eingehaust sind.

7.       Wenn von vertikalen Abluftschächten gesprochen wird, ist auch dieses falsch. Richtig ist, dass weder im Wohngebiet am Heuchelhof noch sonst Ausblasöffnungen entstehen. Laut Baurichtlinien für die Autobahn genügt bei einer Tunnellänge von 3 km eine Längslüftung, wie die Siedlergemeinschaft richtig schreibt – durch Lüftungsgebläse. Der Würzburg-Tunnel ist kürzer als 3 m, d. h. es gibt keine Lüftungsschächte.

8.       Die Behauptung, beiden Tunnelportalen entstünden „vor Eintritt der Fahrzeuge aufgrund der Luftstauchung extreme Lärmbelastungen“, ist falsch. Richtig ist, dass es beim Würzburg-Tunnel wegen der Tunnelfilter keine Luftstauchung und damit auch keine Lärmbelästigung gibt. Allerdings entstehen beim Trogdeckel auf 570 m für jedes Fahrzeug gleich zwei Luftstauchungen mit einer erheblichen zusätzlichen Lärmbelästigung, v. a. für den Reichenberger Grund und die Lehmgrubensiedlung.

9.       Auch die Behauptung, der Tunnel benötige „zwei komplett eingehauste Brücken mit insgesamt 8 Fahrspuren, (über den Reichenberger und Rottenbaurer Grund) ist falsch. Richtig ist folgendes: Es sind zwei Tunnelröhren mit je drei Fahrzeugspuren, die über die eingehausten Brücken führen, geplant. Die Tunnelröhren sind schlanker, kürzer als die Konstruktion der Talbrücke Heidingsfeld. Sie fügen sich somit besser in das Landschaftsbild ein und halten Schall und Abgase von den Anwohnern ab, was bei der Talbrücke Heidingsfeld nicht der Fall ist.

10.     Die Behauptung, ein Tunnel würde mitten durch das Trinkwasserschutzgebiet „Winterhäuser Quelle“ führen, ist zwar richtig, aber nicht relevant: Der Trog greift gewaltig in das Schutzgebiet II der Winterhäuser Quelle ein, der Würzburg-Tunnel in viel geringeren Maße. Der Tunnel soll durch die äußere Schutzzone III der Winterhäuser Quelle 10 bis 40 m unter der Erde und ca. 40 m über den Grundwasser geführt werden. Dass ein Tunnel durch Wasserschutzzonen führt, ist keine Besonderheit, gerade weil der Tunnel mit seiner hermetischen Absicherung gegenüber eindringendem Grundwasser und gegen einen Austritt von Schadstoffen wasserwirtschaftlich sehr sicher ist, kann hierfür davon ausgegangen werden, dass – wie bei den ICE-Tunnel und den Tunnel an der A 71 – dem Würzburg-Tunnel eine wasserrechtliche Erlaubnis erteilt wird. Im Übrigen wird das Quellwasser der Winterhäuser Quelle nur vorsorglich gewonnen und daher nur ausnahmsweise in die Trinkwasserversorgung der Stadt Würzburg eingespeist.

11.     Falsch ist die Behauptung, der Tunnel zerstöre Naturschutzgebiete in „hoher Zahl“. Bei der Tunnelvariante gibt es in der Bauzeit und auch sonst keine Beeinträchtigung des NaturschutzgebietesBromberg-Rosengarten“. Da die Ausweisung der Naturschutzgebiete neben der Autobahn von vornherein die geplante Erweiterung der Autobahn berücksichtigt hat, geht auch die Trogtrasse nicht unmittelbar durch die Naturschutzgebiete. Allerdings gibt es mittelbare Beeinträchtigung des Naturschutzgebiets durch die Schadstoffbelastung der Trogtrasse.

Wenn der Tunnel am Pfaffenrain und im Reuschert angeblich Naturschutzgebiete zerstört, ist festzustellen, dass kein ausgewiesenes Gebiet betroffen ist, weil es sich dort gerade nicht um so schutzbedürftige Lagen handelt. Im Übrigen ist auch darauf hinzuweisen, dass der Eingriff durch die Tunnelröhren gering ist, die schlanken Tunnelröhren überspannen brückenförmig die beiden Täler.

12.     Wieso durch den Tunnel eine Staugefahr entstehen soll, ist nicht nachvollziehbar. Die Behauptung „die Geschwindigkeit (müsse) vor den Tunneleingängen erheblich reduziert werden“ trifft auch für den Trog zu, der bei Unfällen keine Ausweichmöglichkeiten hat und anders als der Tunnel ernorme Steigerungen aufweist. Außerdem gibt es bei allen Autobahnen Geschwindigkeitsreduzierungen bis zu 80 Stundenkilometer, ohne dass dadurch gigantische Staus entstehen würden. Dass es in der 6 bis 8-jährigen Bauphase bei der Trogtrasse zu schwerwiegenden Verkehrsstörungen kommen wird, ist relativ sicher. Der Würzburg-Tunnel kann in nur zwei Jahren, unabhängig vom laufenden Verkehr gebaut werden, also ohne Staus.

13.     Der Tunnel kostet keinesfalls mehr als der Trog. Dies liegt daran, dass nach eigenen Angaben der Autobahndirektion Nürnberg der Abraum beim Trog ca. 1,4 Mio qm3 beträgt, beim Tunnel sind es ca. 750.000 qm3. Der Trog ist mit einer Tiefe von ca. 9-12 m eine tiefe Einkerbung in den Katzenberg mit erheblichen technischen Problemen, die auf der anderen Seite der Tunnel überhaupt nicht aufweist. Die Tunnelbauweise ist erprobt und international bei vielen Tunneln angewendet worden. Entgegen den Behauptungen der Tunnelgegner ist der Ankauf bzw. die Entschädigung betroffener Grundstücksflächen beim Würzburg-Tunnel nur ein Bruchteil dessen, was bei der Trogtrasse erforderlich ist; der Tunnel verläuft nämlich unterirdisch, sodass nur an den Tunnelportalen in einem begrenzten Umfang Flächen gebraucht werden. Seriöse Gutachten haben ergeben, dass der Tunnel daher unterm Strich nicht teurer ist als die Trogtrasse.

14.     Wenn – wie die Tunnelgegner behaupten – die Bereitstellung von Feuerwehr und Katastrophenschutz im Übermaße erforderlich wären, dann gilt dies für den Trog. Anders als beim Tunnel gibt es auf der 5,4 km langen Trogtrasse im Katastrophenfall keine Ausweichmöglichkeit. Der Würzburg-Tunnel bietet mit seinem Quertunnelnetz Sicherheit für Fußgänger und Fahrzeuge, damit entstehen beim Tunnel mit Sicherheit keine Mehrkosten gegenüber der Trogtrasse für Feuerwehr und Katastrophenschutz.

15.     Die Raststätten Süd und Nord müssen entgegen der Behauptungen der Tunnelgegner nicht abgerissen werden, sie können einer neuen Nutzung zugeführt werden. Allerdings sind an der Autobahn andere Standorte für Raststätten sinnvoll, z. B. bei Biebelried. Die Entschädigungskosten für die Firma Tank und Rast sind um ein Vielfaches geringer als die Wertschöpfung für neue Baugrundstücke für familiengerechtes Wohnen zwischen Heuchelhof und Heidingsfeld. Dass ein erheblicher LKW-Parksuchverkehr durch die Schließung von Raststätten führen würde, kann nicht nachvollzogen werde.

16.     Wenn die Tunnelgegner den Eindruck erwecken wollen, dass die Trogtrasse auch bei vollständig laufendem Verkehr über die bestehende Heidingsfelder Brücke gebaut wird und keine Ausweichverkehre für die Stadt und über den Mittleren Ring entstehen würden, ist dies unrichtig. Beim Würzburg-Tunnel kann die bestehende Talbrücke Heidingsfeld durch die Sprengung problemlos nach Fertigstellung des Tunnels beseitigt werden. Bei der Trogtrasse wird die neue Brücke unterhalb der alten Talbrücke errichtet, sodass der Abriss der alten Brücke erhebliche technische Probleme bereitet. Im Übrigen läuft der Verkehr in der Bauphase nur über eine Brückenhälfte, sodass Staus vorprogrammiert sind.

17.     Dass bei beiden Varianten der Stadtteil Heuchelhof mit Heidingsfeld über Grünflächen miteinander verbunden würden, ist nur bedingt richtig: der 570 m lange Trogdeckel kann kaum als adäquate Verbindung der beiden Stadtteile angesehen werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn man die Flächen abzieht, die als Abstände vom Deckelrand aus Sicherheitsgründen eingehalten werden müssen.

Insgesamt ist also festzustellen, dass neben der Reduzierung von Schadstoffen und Lärm auf Null beim Tunnel nur Vorteile zu verzeichnen sind. Bei einer Länge von 3 km führt der Tunnel zu einer Verkürzung der Strecke um ca. 800 m, lässt die beiden Stadtteile Heuchelhof und Heidingsfeld zusammenwachsen und die „Wunde im Stadtbild“ langfristig verheilen.

 

Vorgeschmack des Stau-Chaos im Falle des Trogbaus: Abriss der B19 Brücke über die A3

In der Nacht zum Sonntag wurde der gesamte Verkehr der A3 durch Würzburg umgeleitet. Grund war ’nur‘ der Abbruch der alten B19-Brücke, die bei der Anschlussstelle Heidingsfeld über die A3 führt.
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Damit wurde das Realität, was die Autobahndirektion bisher verschwiegen hatte, die Bürgerinitiative, die mit dem Bürgerentscheid am 13. April den A3 Würzburg-Tunnel ermöglichen will, schon immer befürchtet hatet: wird die A3 nach den Plänen der Autobahndirektion ausgebaut, werden wir in Würzburg über mindestens 6  bis 8 Jahre hinweg solche Situationen haben – und das nicht nur zu Nachtzeiten. Der Verkehr wird in Würzburg und im ganzen Umland immer wieder zum Erliegen kommen. Das wäre für Würzburg eine Katastrophe, denn mit dem Verkehr erhöht sich die Lärm- und Schadstoffbelastung noch mehr. In diesem Jahr wurden die höchst zulässigen Grenzwerte für Feinstaubkonzentration in Würzburg bereits 12 Mal überschritten.
Würde die A3 in einen Tunnel verlegt, könnte der Ausbau abseits der bestehenden Autobahn erfolgen, ohne den laufenden Verkehr auf der A3 zu behindern. Würzburg bliebe von Staus und den damit verbundenen Negativfolgen wie Lärm und Luftschadstoffen verschont.
Aus diesem aktuellen Anlass ruft die Bürgerinitative erneut dazu auf, den Bürgerentscheid am 13. April für den Bau des A3 Würzburg-Tunnels zu unterstützen. Die B19-Brücke ist nicht entscheidend, ob die A3 im weiteren Verlauf als Tunnel oder Trog ausgebaut wird. Noch ist es nicht zu spät, für Würzburg die bessere Lösung, nämlich den Würzburg-Tunnel zu erwirken.

Chefärzte der Uniklinik Würzburg rufen zur Wahlzustimmung für den Entscheid am 13. April auf

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

wir rufen Sie auf, sich am 13. April 2014 beim Bürgerentscheid zu beteiligen und für den A3-Ausbau mit Würzburg-Tunnel zu stimmen!

Derzeitig durchquert die Autobahn A3 über eine Streckenlänge von 5,4 km das Würzburger Stadtgebiet und trägt damit erheblich zur Feinstaubbelastung der Stadt bei. Mit dem „Würzburg-Tunnel“ könnten mehr als die Hälfte der Autobahnkilometer aus dem Stadtgebiet verbannt und damit die Feinstaubbelastung in Würzburg beträchtlich reduziert werden. Im Gegensatz zur bislang geplanten „Troglösung“ bietet die Tunnellösung die Möglichkeit, die Autobahnstrecke um 739 m zu verkürzen, den jetzigen Höhenunterschied der Au­tobahn um 44 m zu vermindern und dadurch den jährlichen Kraftstoffverbrauch des Gesamt­verkehrs auf dieser Strecke (ca. 35 Mill Fahrzeuge pro Jahr!) um 4 Millionen Liter zu senken.

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Als Fachärzte für Kardiologie, Pneumologie und Herzchirurgie behandeln wir täglich Patien­ten mit Herz- und Lungenkrankheiten. Wir wissen, dass Fein­staub- und Lärmbelastung wichtige Risikofaktoren dieser Erkrankungen sind. Daher versuchen wir, jede Möglichkeit zu nutzen, um diese Risikofaktoren zu reduzieren.

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Mit dem Bürgerbegehren haben Sie die Möglichkeit, politisch Einfluss zu nehmen! Sagen Sie Ja zum A3-Ausbau mit Würzburg Tunnel! Fordern Sie mit Ihrer Stimme, dass sämtliche politischen und rechtlich zulässigen Maßnahmen unternommen werden, um den Würzburg-Tun­nel zu realisieren und damit eine Jahrhundertchance für nachhaltigen Umwelt- und Gesundheitsschutz zu nutzen!

aerzteWürzburg, den 04.04.2014