Rosenthal und Walter als Anwälte für den Hochwasserschutz?

Auf das schlechte Gedächtnis der Bürger gebaut haben offensichtlich der jetzige Landtagsabgeordnete Georg Rosenthal und der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes, Herbert Walter, als sie jüngst beim Vororttermin am Heigelsbach in Heidingsfeld gleichsam mit Sorgenfalten auf der Stirn die „Erstellung eines Konzepts“ gegen künftiges Hochwasser ankündigten. Die Sprecherin der Umwelt- und Gesundheitsinitiative Würzburg-Tunnel, Dagmar Dewald, wertet dies so: „Rosenthal und Walter posieren jetzt als Kümmerer, wo sie doch eigentlich durch Unterlassungen selbst dazu beigetragen haben, die Hochwassergefahr am Heigelsbach erst richtig groß werden zu lassen.“

Eine enorme Hochwasser-Bedrohung für den Heigelsbach stellt nämlich die neue Autobahn dar. Sie muss wegen der steilen, kaum wasseraufnahmefähigen Böschungen und des kontaminierten Regenwassers großflächig entwässert werden, was über den Heigelsbach geschehen wird. Auf die davon ausgehenden Gefahren, die der Klimawandel noch verstärkt, hatte die Umwelt- und Gesundheitsinitiative Würzburg-Tunnel e.V. schon vor Jahren mehrfach hingewiesen. Einen extremen Regenfall mit einer schwallartigen Überflutung haben wir im Frühjahr 2016 am Heigelsbach erlebt, noch ohne Einleitungen von der Autobahn. Ergebnis davon siehe Fotos des unpassierbaren Weges und des zerstörten Brückenfundaments (Fotos: Michael Kraus).

Rosenthal war während des Autobahnplanungsverfahrens als Oberbürgermeister direkt für den Hochwasserschutz am Heigelsbach zuständig. BI-Sprecherin Johanna Paul beklagt: „Obwohl er gekonnt hätte, hat Rosenthal nichts unternommen, um die Autobahndirektion auf einen angemessenen Hochwasserschutz zu verpflichten, denn er hat die Einleitung des Abwassers von der Autobahn im Planfeststellungsverfahren nicht angegriffen. Im Gegenteil, Rosenthal hat bei laufendem Bürgerbegehren gegen den Autobahnbau im Eilverfahren Grundstücke an die Autobahn verkauft und den Trogbau nach Kräften befördert.“ Die die Ortsbegehung veranstaltende SPD hat sich auch stets gegen Klagen gegen die A3 ausgesprochen und den Bürgerentscheid für den Würzburg-Tunnel bis heute quasi ignoriert.

Die Walter unterstehende Behörde des Wasserwirtschaftsamts ist es, die beim A3-Ausbau gegenüber zu erwartenden Starkregenereignissen bis heute völlige Gleichgültigkeit an den Tag legt. Trotz Warnungen der Allianzstiftung, gegen Starkregen Vorsorge zu treffen, heißt es in einem maßgeblichen Prüfbericht, Starkniederschläge seien als „natürliche Vorgänge hinzunehmen“ und deren Auswirkungen „aus ökologischer Sicht sogar erwünscht“. BI-Sprecherin Dewald: „Wenn man die Expertise liest, fühlt man sich in die freie Natur versetzt, wo frisches Regenwasser sich über ein anschwellendes Bächlein in ein Tal mit weiträumigen Auen ergießt. Das hat aber nichts mit der harten Realität in Würzburg zu tun, wo durch Reifenabrieb verschmutzte Wassermassen von der Autobahn, die eben gerade nicht im Boden versickern dürfen, ein Wohngebiet überfluten werden. So offensichtlich unsachgerecht die Einschätzung des Wasserwirtschaftsamtes ist – die Autobahndirektion hat sich auf diesen ihr willkommenen Prüfungsbericht gestützt. Selbst die Regierung von Unterfranken hat die Stellungnahme noch jüngst, 2015, wider die Interessen der Bürger benutzt.“

BI-Vorsitzender Michael Kraus hatte im Zug des Bürgerentscheids im Jahr 2014 die drohende Hochwassersituation mit Berechnungen untermauert: „Das Wasser wird seinen Weg nicht nur über das viel zu enge künstliche Bachbett nehmen, sondern direkt aus den zu kleinen Überlaufbecken den Hang und die Häuser überschwemmen.“ Diese Informationen hatte die BI den Verantwortlichen in Stadt, Regierung und Autobahndirektion zukommen lassen. Sie sind jedoch, auch seitens Stadtbaurat Christian Baumgart, unbeantwortet geblieben. Kraus: „Dass diese Herren, die sich eigentlich diskreditiert haben, jetzt die Bürger mit Kompetenz für den Hochwasserschutz beeindrucken wollen und dafür unsere Argumente nachträglich als ihre neuen Erkenntnisse ausgeben, ist schwer zu ertragen.“

Da indessen jedoch weiterhin die Autobahn als Verursacherin von Hochwasser hartnäckig verschwiegen wird, will die SPD nun mit städtischen und Landesmitteln ein „Rückhaltekonzept“ verwirklichen. Kraus: „Statt das eigene Versagen einzugestehen und endlich die Autobahndirektion in die Pflicht zu nehmen, sollen also nun die leidtragenden Würzburger Bürger die Versäumnisse Rosenthals und der Stadträte bezahlen. Dies lehnt die Umwelt- und Gesundheitsinitiative Würzburg-Tunnel entschieden ab. Dem städtischen Haushalt dürfen für den Hochwasserschutz am Heigelsbach nicht die ohnehin knappen Mittel entzogen werden, sondern die Autobahndirektion muss ihre Aufgabe erledigen und finanziell dafür aufkommen.“

Letzter Baumschutz fällt, Bürger nun schutzlos gegen Autobahn

Mehrere Hilferufe von entsetzten Anwohnern der A3-Baustelle am Heuchelhof gingen vor den Feiertagen um Allerheiligen bei der Umwelt- und Gesundheitsinitiative Würzburg-Tunnel ein: Unmittelbar hinter ihren Häusern in der Londoner Straße trafen Arbeiter der Autobahndirektion Vorbereitungen für die Abholzung des letzten Restes des Waldbestands entlang der Groß-baustelle. Mittlerweile sind die Rodungen in vollem Gange. Somit fällt der letzte Baumbestand, der den Anwohnern zumindest einen kleinen Schutz vor der Autobahn geboten hätte. Hilflosigkeit macht sich breit. Bei den zuständigen Stellen konnte wegen der Feiertage nicht interveniert werden. Solche Aktionen werden erfahrungsgemäß gerne in Ferienzeiten gestartet.

Auf Anfrage teilte das Bauamt der Stadt Würzburg schließlich mit, dass die Abholzung „im Rahmen des Planfeststellungsbeschlusses für den A3-Ausbau“ erfolgt sei. Mit diesen Rodungen würden sogenannte „Ausgleichsflächen“ geschaffen als Ersatz für den einst geschützten Magerrasen im Naturschutzgebiet „Bromberg-Rosengarten“, der dem A3-Ausbau geopfert worden war. Dass dies nun gerade dort geschieht, wo ohnehin fast der gesamte Schutzgürtel gerodet wurde, ist nach Auffassung der BI skandalös und grotesk. Sprecherin Johanna Paul bewertet diesen „amtlich betriebenen Naturschutz“ so: „Hier wird Naturschutz nur dem Wort nach abgeleistet, aber der Sinn von Naturschutz wird dabei total verkehrt: um zerstörte Natur auszugleichen, wird wieder Natur zerstört. Und das ausgerechnet in einem Gebiet, das die Autobahndirektion bis vor kurzem noch mit einem Schild als ‚wertvollen Lebensraum’ ausgewiesen hat! (s. Foto). Warum nicht als Kompromiss den Baumstreifen stehen lassen und dahinter den Magerrasen anlegen?“

Die BI vermisst seitens der Stadt ein Eintreten für ihre Bürger. BI-Sprecherin Dagmar Dewald stellt fest: „Wieder einmal schaut die Stadt tatenlos weg, wenn jetzt die Bürger den letzten Rest von Sicht- und Lärmschutz gegen die Autobahn verlieren. Die Stadt scheint sich mit der rechtlichen auch ihrer moralischen Zuständigkeit für ihre Bürger entledigt zu haben. Die Grundstücke hat sie ja an die Autobahndirektion verkauft, und der sind die Belange der Bürger offensichtlich egal. Der Bürger darf im Dschungel der Zuständigkeiten verhungern.“ Dass der eilige Verkauf von über 70 ehemals städtischen Grundstücken an die Autobahndirektion durch OB Rosenthal weit reichende Folgen für die Bürger haben würde, darauf hat schon damals die BI hingewiesen – der Kahlschlag von mehr als 60 Hektar über Jahrzehnte gewachsenen Waldes ist ein Ergebnis davon.

BI-Vorsitzender Michael Kraus beklagt außerdem: „Alle Appelle der BI an die Stadt, sich für eine Wiederaufforstung mit großen Bäumen einzusetzen, sind bislang nicht einmal beantwortet worden. In Zeiten viel zu hoher Luftverschmutzung braucht Würzburg jedoch dringend einen Schutzwald entlang der A3, damit der Schadstoffeintrag und der Lärm zumindest gemil dert werden. Würzburg darf nicht tatenlos zuschauen, wie jetzt sogar der letzte Rest Wald zerstört wird.“

Die Stadt muss handeln, bevor Fakten zementiert werden

Angesichts des fortschreitenden A3-Ausbaus fordert die Umwelt- und Gesundheitsinitiative in einem offenen Brief die Stadt erneut zum Handeln auf, bevor Fakten geschaffen werden, die den Würzburgern für mehrere Jahrzehnte inakzeptable Zustände bescheren – Lärm und schlechte Luft, weil der Wald fehlt, und ein halsbrecherischer Radweg.

Hier der Offene Brief vom 10. April:
17-04-10 Offener Brief an OB Schuchardt Stadtrat

Hier eine bebilderte Zusammenfassung des Briefes für die Presse:
17-04-20 PM zu offenem Brief an OB und Stadtrat

Besteigung des Katzenbergs

Aufstieg zum Trogportal.

Blick von der steilen Fahrradwegböschung in die Tiefe.

Steile Böschung und kahlgeschlagene Landschaft.

Die Wanderroute des Events am 26. März 2017.

Die ZfW (Wählervereinigung Zukunft für Würzburg) hatte für Sonntag, den 26. März, eingeladen zur „Besteigung des Katzenbergs“, mit dabei waren viele Mitglieder der Tunnel-Initiative, die Vorsitzenden Michael Kraus und Anton Obermaier und Sprecherin Dagmar Dewald.
Unter dem Beifall der Bürger forderte Kraus die Pflanzung eines Schutzwaldes zur Lärmminderung und Verbesserung der Luft. Dewald rief die anwesenden Bürger auf, sich mit Leserbriefen und Briefen an die Stadt Gehör zu verschaffen.
Die steilen Böschungen und das hoch aufragende Trogbauwerk konterkarieren das von der Autobahndirektion in Aussicht gestellte „Zusammenwachsen der Stadtteile“ . Es zeigt sich vielmehr, was die Tunnelinitiative schon immer gesagt hat: Heidingsfeld und Heuchelhof sind durch dieses massive Bauwerk auf ein halbes Jahrhundert getrennt, und Entwicklungsfläche ist verschleudert.
Mitglied Günter Katzenberger machte vor allem aufmerksam auf den neuen Fahrradweg, der unterhalb des Trogportals und oberhalb der Heuchelhofstraße gemäß Planfeststellungsbeschluss angelegt ist – unnötig steil angeböscht und plötzlich wieder abfallend. Dewald bewertet ihn als „Schildbürgerstreich und hochgefährlich obendrein.“ Hier werden sich die anwesenden Stadträte Heinz Braun (ÖDP) und Wolfgang Baumann (ZfW) über den Radverkehrsbeirat und den Stadtrat für Verbesserungen einsetzen müssen, was sie zugesagt haben.

Fotos: BI

Stau, Steigung am Trog, Entwässerung

Zwischenbilanz der BI Würzburg-Tunnel zum A3-Ausbau mit ungelösten Fragen:

Die Staus häufen sich durch den Ausbau der A3. Da werden sich einige an Wahlplakate zum Bürgerentscheid um den A3-Tunnel erinnern: Stoppt den Stau! – Der Bürgerentscheid war zwar gewonnen worden, doch die Politik hat sich nicht die geringste Mühe gemacht, ihn umzusetzen. Johanna Paul, eine der Sprecherinnen der Bürgerinitiative Würzburg-Tunnel e.V., benennt „das Ergebnis: Stau, Stau, Stau. Den hätte es nicht gegeben bei einem Tunnelbau abseits der bestehenden Strecke, die in der Bauzeit voll nutzbar gewesen wäre.“ Erst vor zwei Wochen am Samstag wälzte sich nach einem LKW-Unfall an der Bau-Engstelle der gesamte A3-Verkehr durch Würzburg, so dass dort und in den umliegenden Gemeinden der Verkehr zum Erliegen kam. Die „Operation am offenen Herzen“, wie das die Autobahndirektion gerne nennt, wird noch mehrere Jahre laufen „mit allen Risiken für den Patienten Würzburg und seine Bürger, die die giftigen Stickoxide einatmen müssen“, so Paul: „Die Forderung der BI nach einem Schutzwald mit großen Bäumen entlang der A3 als Ersatz für den Kahlschlag von über 60 Hektar müsste umso dringlicher Gehör finden.“

Doch auch die Warnung der BI, dass die Trennung der beiden Stadtteile Heuchelhof und Heidingsfeld durch die Autobahn im Trog weiterhin zementiert würde, zeigt mehr und mehr ihre Berechtigung: Während die Autobahndirektion vor Baubeginn von einem „in den Berg eingelassenen Katzenberg-Tunnel“ mit maximalen Neigungen von 27 Prozent sprach, kommt sie heute, noch mitten im Bau, mit 35 bis 58 Prozent den Berechnungen der Bürgerinitiative nah und näher. BI-Sprecherin Dagmar Dewald dazu: „Mit Galgenhumor wird man bei Bauende wohl von einer Annäherung zwischen BI und Autobahndirektion sprechen können: Was die BI an Steigung berechnet hat, wird dann die Autobahndirektion so gebaut haben. Allerdings hat sie damit ihre Versprechen gebrochen. Fußläufig und mit dem Fahrrad sind solche Steigungen kaum zu überwinden, geschweige denn mit Rollstuhl oder Rollator.“ Bei der Baustellenbegehung vor einigen Wochen kamen den anwesenden Stadträten – die Bürgerinitiative war nicht eingeladen – erhebliche Zweifel an der Wegtauglichkeit für Radler. Sie schlugen eine Wegkehre vor. Doch Dewald: „Eine Kehre in der Strecke über den Trogberg wird Alltagsradlern nicht viel helfen. Mit so einer Kehre ist übrigens eine unattraktive Wegverlängerung verbunden. Eine fußgänger- und radfahrfreundliche Verbindung zwischen zwei Stadteilen sieht anders aus.“

In Unterlagen, die den Stadträten ausgehändigt wurden, wird plötzlich etwas thematisiert, was die Autobahndirektion immer verschwiegen hat, nämlich die zusätzliche Einleitung von Abwässern aus dem westlich der Heuchelhofstraße liegenden Teil der A3. BI-Vorsitzender Michael Kraus, der schon vor Jahren Berechnungen aufgrund der künftig versiegelten Flächen vorgelegt hat, fasst die Erfahrungen dieses Sommers mit dem Heigelsbach zusammen: „Die spotartigen Starkregen, die schon jetzt Keller haben voll laufen lassen, werden sich in Zukunft durch den Klimawandel häufen. Sie haben bewiesen, dass der Heigelsbach auch ohne die Einleitung von der A3 enorme Schäden anrichten kann. Wenn dann noch zusätzliche 60 ha Autobahn in den Heigelsbach entwässert werden, wird dieser schwallartig binnen kürzester Zeit überlaufen. An Engstellen ist das eine sehr gefährliche Situation für Anwohner und Fußgänger.“ Kraus hält die Ausführungen der Autobahndirektion, dass im Falle eines Jahrhundertereignisses die A 3 „kaum eine Rolle“ spiele, für „an Fahrlässigkeit grenzenden Zweckoptimismus“. Denn „es ist fahrlässig, wenn Planer in ihren Berechnungen den Klimawandel außer Acht lassen und lediglich ein 23-jähriges Regenereignis zu Grunde legen.“ Immer noch ist die Haftungsfrage für den Fall einer Überschwemmung durch A3-Abwässer nicht geklärt.

 

Fotos vom Hochwasser

Diese Bilder vom Heigelsbach und Fuchsstädter Bach gingen uns in den Sommerferien von einem Bürger zu. Sie wurden am 27. Juli 2016 am Schellengraben und Schattbergweg aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt regnete esin Heidingsfeld 15 Liter pro m² in 90 Minuten.

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Die weiteren Bilder entstanden am 31. Juli 2016 unterhalb der Trogbaustelle und zeigen nach der Einschätzung des Bürgers, „dass dort noch keine vernünftige Ableitung des Oberflächenwassers besteht. Wenn der Heigelsbach noch diese Menge an Oberflächenwasser aufnehmen muss, sieht es schlecht aus für die Anwohner vom Heigelsbach und den Bewohnern im Städtle. Dies sollte man den Stadträten von Würzburg deutlich machen. Außerdem ist mir aufgefallen, dass der Bereich unterhalb vom Trog jetzt eine Teerstraße durchzieht, mit Verbindung zu den Notausgängen.“ Er wirft die Frage auf, ob jetzt eine Terrassierung vorgenommen wird wegen der zu steilen Böschungen.

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Partybild statt Beistand für die Überschwemmungsopfer

16-06-01 Rathausspitze bei Party

Am Mittwochabend schickte OB Schuchardt Partybilder an seine Facebook-Freunde. Die ganze Rathausspitze (Schuchardt, Kleiner, Al Ghusain, Scheller, Baumgart und Düber) feiert beim Schweinfurter Volksfest, während die Bürger zuhause den Schlamm beseitigen müssen. Die abgedunkelten Gläser des Umweltreferenten sind wie ein Sinnbild: Der Blick auf die Wirklichkeit, auf die Umweltgefahren und jetzt eingetretenen Schäden in Würzburg werden ausgeblendet.

Merkel kam nach Dresden, Schuchardt nicht einmal nach Heidingsfeld, um den vom Hochwasser geplagten Bürgern beizustehen. Die offizielle Website der Stadt Würzburg bietet keine Stellungnahme zum Hochwasser, kein Zeichen der Anteilnahme. Die BI Würzburg-Tunnel hält diese Gleichgültigkeit für unerträglich.

BI-Sprecherin Johanna Paul: „Ich bin richtig wütend. Im Planfeststellungsbeschluss (S. 83) heißt es, es gebe noch keine gesicherten Erkenntnisse zum Klimawandel. Jetzt haben wir sie. Es hat leider nicht die Schuldigen getroffen.“

BI-Sprecherin Dagmar Dewald erklärt, dass eingetreten sei, worauf die BI Würzburg-Tunnel seit Jahren hinweise: Der schmale Heigelsbach kann durch die gleichzeitig von vielen Seiten herankommenden Wassermassen ganz plötzlich stark anschwellen. „Das ist tückisch und kann bei noch größeren Wassermassen, wie sie durch den Klimawandel zu erwarten sind, sogar zur Gefahr für Leib und Leben werden.“ Neben dem Heigelsbach verläuft ein Schulweg, der durch die Schäden aus der nächtlichen Überschwemmung gesperrt werden musste. Was wäre geschehen, wenn dort tagsüber die Kinder mit den plötzlich heran flutenden Wasser bedroht worden wären?

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Wo war OB Schuchardt am Montag? – Jedenfalls nicht bei den Überschwemmungsopfern der A3-Baustelle!

Von Sonntag auf Montag sind Überflutungen auf die Bürger am Heigelsbach hereingebrochen. Sie haben Schäden angerichtet, die für einzelne Familien in die Zehntausende Euro gehen. Auf den Beistand ihres Oberbürgermeisters Christian Schuchardt dürfen sie nicht hoffen, sie müssen das Schlammchaos alleine bewältigen.

Wer noch 1 und 1 zusammenzählen kann, dem ist klar, dass die Überflutungen mit der A3-Baustelle zutun haben. Die Erhebungen des Deutschen Wetterdienstes sagen, dass in Vorjahren schon größere Wassermengen in Würzburg angekommen sind. Doch damals war der Heigelsbach nicht so bedrohlich angeschwollen wie jetzt. Den Unterschied zwischen den Vorjahren und heute macht die A3-Baustelle mit der immensen Flächenversiegelung für die breiteren Fahrbahnen und das weite Böschungsumfeld, wo kein Wasser mehr versickern darf. Versiegelt ist auch der Trogbau. Weitere Fahrbahnen nach Kist und auf den Heuchelhof sind dazu gekommen. Und immer noch stehen Versiegelungen aus. BI-Vorsitzender Michael Kraus schätzt, dass durch die zweite Trogbahn sowie die breiteren Brücken noch ein Viertel mehr Fläche verschlossen wird. Außerdem fehlen zum natürlichen Abfluss die gerodeten 60 Hektar Wald und deren Wasserrückhaltekraft.

Dies ist also nur ein Vorgeschmack auf das, was kommen wird, wenn die A3 fertig gestellt wird. Doch das alles interessiert das Rathaus nicht. Muss es erst Tote geben, wenn das Wasser so blitzschnell wie dieses Mal, aber in noch größeren Massen heranflutet, so dass der Heigelsbach zum reißenden Sturzbach wird? Noch in jüngsten Briefen hat die BI den Oberbürgermeister dazu aufgefordert, bezüglich Entwässerung und Aufforstung bei der Autobahndirektion für seine Bürger einzutreten. Die BI erhielt keine Antwort und trotz Bitten keinen Gesprächstermin. Statt die drängenden Fragen endlich zur Chefsache zu machen, hat OB Schuchardt Bürgermeisterin Schäfer die Beantwortung der wohl lästigen Bürgerfragen übertragen, die entsprechend lapidar und nicht sachbezogen ausfiel: 16-05-18 Antwort BM Schäfer

Es reicht den geschädigten Bürgern nicht, wenn der Oberbürgermeister wie jetzt am Wochenende auf religiösen Prozessionen bei ihnen ist und dann bei drohenden Gefahren keine Verantwortung übernimmt, sondern sich hinter Formalien zurück zieht. Die Natur geht der Gnade voraus. Einfacher gesagt: Gebet ersetzt nicht Untätigkeit.

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OB Schuchardt weicht Bürgersorgen aus und will lieber zahlen, was die ABDNB nicht liefert

Die BI Würzburg Tunnel hat in persönlichen Briefen auf die Missstände an der A3-Baustelle und die mangelnde Vertragserfüllung durch die Autobahndirektion hingewiesen. OB Schuchardt zieht sich in einer Antwort auf Allgemeinheiten zurück. Lärm, Hochwasserschutz, Baumaufforstung, mangelnde Verbindung der Stadtteile, unbezwingbarer Rad- und Fußweg – auf diese konkreten, drängenden Fragen seiner Bürger, die wir pointiert dargelegt haben, geht der Oberbürgermeister gar nicht ein!: 16-04-04 Antwort OB Schuchardt an BI

Im Gegenteil, der OB will aus der Bürgerkasse bezahlen, was die Autobahndirektion nicht liefert: zusammenwachsende Stadtteile, deren Verbindungen mit dem Fahrrad – auch für Hobbyfahrer – und zu Fuß – auch mit Rollator – gut zu überwinden sind. Der OB verweist lapidar auf die letztjährige rechtliche Vertragsprüfung, die jedoch Vertragserfüllung voraussetzt! Trotz des aktuellen Wissens um zu hohe Steigungen sieht der OB offenbar keine Veranlassung, die Trogoberflächengestaltung mit der Wegverbindung, die Würzburg 2,9 Mio € kostet, zur Chefsache zu machen. Die Auseinandersetzung mit der Autobahndirektion über verträgliche Steigungen ist nach unserer Information der Abteilung Tiefbau überlassen. Die Bürger dürfen nun Wetten abschließen, wer schneller Ergebnisse präsentiert: die ABDNB mit dem Bau der steilen Wege oder der Dialogprozess der Verwaltung…

Lärm, Hochwasserschutz, Baumaufforstung, mangelnde Verbindung der Stadtteile, unbezwingbarer Rad- und Fußweg – auf diese konkreten, drängenden Fragen seiner Bürger geht der Oberbürgermeister gar nicht ein. Damit nun die konkreten Anliegen nicht in Rückgriff auf längst bekannte, aber überholte Informationen, sondern gemäß dem gegenwärtigen Stand bearbeitet werden, haben wir nochmals einen Brief verfasst und um ein persönliches Gespräch gebeten: 16-05-03 Offener Brief an OB Schuchardt Stadtrat